Glossar

Antidepressiva:

Medikamente, die nach gründlicher Überprüfung für die Behandlung von depressiven Erkrankungen zugelassen wurden und sich entsprechend bewährt haben. Anders als etwa Schlaf- oder Schmerzmittel wirken Antidepressiva wirken nicht sofort, sondern entfalten ihre volle antidepressive Wirkung erst nach 2 bis 4 Wochen. Entgegen hartnäckiger Vorurteile machen Antidepressiva nicht abhängig und verändern auch die Persönlichkeit nicht.

Basalganglien:

Ansammlung von Kerngebieten an der Hirnbasis; bilden eine zentrale Funktionseinheit und dienen unter anderem der Erleichterung von willentlichen Bewegungen.

Compliance:

Bereitschaft des Patienten, sich an die Behandlungsanweisungen des Arztes zu halten. Die Compliance beeinflusst den Krankheitsverlauf entscheidend mit. Behandlungen scheitern oft daran, dass die Medikamente nicht wie empfohlen eingenommen werden

Dendriten:

stark verzweigter Bereich der Nervenzellen; können baumartige Verzweigungsmuster ausbilden; hier befinden sich die meisten Kontakte mit vor geschalteten anderen Nervenzellen.

Depression:

Veränderungen des Gefühlserlebens mit z. B. grosser Traurigkeit oder innerer Leere, Schuldgefühlen, vermindertem Selbstwertgefühl, sozialem Rückzug, Schlafstörungen oder Appetitmangel. Auch körperliche oder seelische Trägheit oder umgekehrt Erregung und Unruhe sind typische Merkmale.

emotional:

das Gefühlsleben betreffend.

Großhirn:

Das Groß- oder Endhirn bildet den größten Teil des menschlichen Gehirns und den differenziertesten des Zentralnervensystems; es ist in eine linke und rechte Hemisphäre geteilt; man unterscheidet das innen liegende Mark (Nervenzellbahnen) von der außen liegenden Rinde, in der sich die Nervenzellkörper befinden.

Gruppentherapie:

Psychotherapieverfahren, das in einer Gruppe von Patienten unter Anleitung von ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeutinnen und -therapeuten angewendet wird. In der Gruppe kann man mehr über sich erfahren, anderen Patienten auch eigene Erfahrungen mitteilen und aus diesen Erkenntnissen Veränderungen für den weiteren Lebensweg gewinnen und erarbeiten.

Kognition:

Von lateinisch „cognoscere = erkennen“. Der Begriff umfasst die Prozesse des Wahrnehmens, Erkennens, Begreifens, Urteilens und Rückschließens. Kognitive Verhaltenstherapeuten gehen von einer engen Verbindung zwischen dem menschlichen Denken, Fühlen und Handeln aus.

Nervenzelle:

Kleinste Zelle des Nervensystems. Wissenschaftlich als Neuron bezeichnet; extrem kommunikative Zelle, die sich mit anderen Nervenzellen zu komplexen Netzwerken zusammenschließt; Nervenzellen empfangen an ihren Zellfortsätzen Signale von anderen Nervenzellen, verrechnen diese und senden elektrische Impulse an andere Nervenzellen.

Neuroleptika:

Medikamente entwickelt zur Behandlung von Psychosen. Ordnende Funktion auf das Denken, angstlösend und beruhigend, lösen innerer Anspannung, schaffen Distanz zu Befürchtungen.

Neuropsychiatrie:

Befasst sich mit dem komplexen Verhältnis zwischen Gefühlen, Persönlichkeit, Verhalten, intellektuellen Fähigkeiten und der Funktion des Gehirns.

Neurotransmitter:

Chemische Botenstoffe, die für die Übertragung von Nervenimpulsen wichtig sind. Bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Zwängen wird ein Zusammenhang mit den Botenstoffe Serotonin und Dopamin diskutiert.

Pharmakotherapie:

Behandlung einer Krankheit mit Medikamenten

Psychiatrie:

Fachgebiet der Medizin, das sich mit dem menschlichen Verhalten, der Persönlichkeit und Stimmungen beschäftigt.

Psychoanalyse:

Wissenschaftliche Disziplin des Erkennens, Verstehens, Behandelns und Erforschens von unbewussten und bewussten seelischen Funktionen des Menschens, deren Erkenntnisse - beginnend mit Sigmund Freud - ein medizinisch-psychologisches Therapieverfahren, ein kulturanalytisches Verständnis, geisteswissenschaftliche Einsichten sowie politische Haltungen und Werte zur Folge haben.

Psychologie:

Wissenschaftliche Lehre vom Erleben, Verhalten und Bewusstsein des Menschen. Eigenständiges Studienfach an der Universität.

Reflex:

Reiz-Reaktionskette; ein in der Regel willentlich nicht steuerbarer Prozess des Zentralnervensystems.

Rezidiv:

Wiederauftreten einer depressiven Erkrankung, nachdem die Krankheitsanzeichen vollständig verschwunden waren (= „Rückfall“).

Sedierende Substanz:

Substanzen mit einer dämpfenden Wirkung auf das Zentralnervensystem. Werden zur allgemeinen Beruhigung und zur Verringerung von Schmerzen eingesetzt.

Signalstoffe:

auch Botenstoffe genannt; dazu gehören zum Beispiel Hormone und Neurotransmitter, aber auch Duftstoffe.

Soziale Kompetenz:

Fähigkeit in Kontakt mit anderen zu trete, Beziehungen aufrechterhalten, Wünsche äussern, Rechte einfordern, Gefühle äussern, Konflikte bewältigen

Symptom:

körperliche und seelische krankheitszeichen, z. B. Waschzwänge bei Zwangsstörungen

Synaptischer Spalt:

Lücke zwischen zwei Nervenzellen, die ein unüberwindbares Hindernis für elektrische Impulse darstellt. Der Impuls kann den synaptischen Spalt mit Hilfe chemischer Botenstoffe überbrücken. Diese werden in den Spalt geschüttet, lagern sich an den Kontaktstellen der angrenzenden Nervenzelle an und aktivieren diese so.