Jubiläumstagung: 20 Jahre Schweizerische Gesellschaft für Zwangsstörungen SGZ


Programm


Zwangserkrankungen im Zeitverlauf


Sehr geehrte Damen und Herren

Wer vor 50 Jahren an einer Zwangserkrankung litt, galt als unbehandelbar. Die Betroffenen blieben mit ihrem Leiden und den oft ausgeprägten Beeinträchtigungen im sozialen und beruflichen Bereich allein, es gab keine wirksame Therapie. Meistens wussten weder die Betroffenen noch ihre Angehörigen, dass es sich um eine häufig auftretende Erkrankung handelt. Daher wurden die Symptome möglichst verheimlicht, aus Gründen der Scham und wegen der Angst, von anderen für „verrückt“ erklärt zu werden. Heute können Zwangserkrankungen zumeist erfolgreich mit Therapieverfahren behandelt werden, deren Wirksamkeit eindeutig nachgewiesen wurde. Das Wissen über die psychologischen, biologischen und sozialen Zusammenhänge hat enorm zugenommen. Sowohl Fachleute als auch die Betroffenen und Angehörige können sich auf verschiedenen Wegen über die Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten informieren.

Die Schweizerische Gesellschaft für Zwangsstörungen SGZ trägt seit 20 Jahren aktiv zu dieser Entwicklung bei. Die diesjährige Jubiläumstagung steht unter dem Motto „Zwangserkrankungen im Zeitverlauf“. Mit diesem Fokus werden neueste Erkenntnisse zu den Besonderheiten der Erkrankung aufgezeigt. Darüber hinaus wird die Entwicklung der heutigen therapeutischen Ansätze von verschiedenen Seiten beleuchten, von den ersten Ansätzen in den 1960er Jahren bis zu ganz aktuellen Konzepten. Abgerundet wird der Anlass durch das Theaterprojekt SWING sowie einen Kurzspielfilm zum Thema Zwänge.

Um dem Verlauf der Erkrankung über die Lebensspanne hinweg gerecht zu werden, findet die Tagung in Kooperation mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des UniversitätsSpitals Zürich sowie dem Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst des Kantons Zürich (Universitätsklinik) statt. Diese seit mehreren Jahren bestehende enge Zusammenarbeit zwischen der Erwachsenen- und der Kinder- und Jugendpsychiatrie ermöglicht ein anregendes von- und miteinander Lernen.

Der erste Tag (6. Dezember, Fachtagung) richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen sowie andere Therapeutinnen und Therapeuten. Am zweiten Tag
(7. Dezember, Informationstag)
werden die gleichen Themen abgehandelt, allerdings unter besonderer Berücksichtigung der Perspektive von Betroffenen und Angehörigen.

Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme ein und freuen uns darauf, das Jubiläum bei dieser Veranstaltung zusammen mit Ihnen zu feiern!

Prof. Dr. med. Michael Rufer
Tagungspräsident
Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Zwangsstörungen SGZ

Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Susanne Walitza
Vizepräsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Zwangsstörungen SGZ