Zwanghaft. Was ist das?

Rituale gehören zum Leben. Sie geben uns Ordnung und Sicherheit. Wenn sie uns aber einschränken und im Alltag zunehmend belasten können aus Ritualen, Marotten oder eben Zwangserkrankungen werden. Die Erkenntnis nicht mehr frei handeln zu können sind ernste Anzeichen und sollten untersucht werden.

Situationen, die jeder kennt

Wer kennt ihn nicht, den Gedanken beim Antritt einer Urlaubsreise: „Habe ich auch wirklich alle Geräte ausgeschaltet, Türen und Fenster fest verschlossen“ verbunden mit einer gewissen inneren Unsicherheit und dem Impuls, noch einmal zurück zu gehen um nachzuschauen. Oder den Gedanken, an eine eintönige Melodie, die uns nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Oder den abergläubigen Gedanken, es können uns ein Unheil geschehen, wenn vor unseren Augen eine schwarze Katze die Strasse quert.

Rituale sind Teil unseres Lebens

Gewisse Rituale zum Beispiel beim Aufstehen, dem Zubettgehen oder dem Abschiednehmen kennt jeder von uns. Rituale können beruhigen, Sicherheit und Orientierung geben sowie vielfach auch soziale Abläufe vereinfachen. Bei Kindern gehören Rituale zu der ganz normalen psychischen Entwicklung.
Die Frage lautet: Wann ist es ein Ritual oder eine Alltagsmarotte und wo beginnt die Zwangserkrankung?

Wenn aus Ritualen Zwänge werden

Eine Zwangserkrankung liegt dann vor, wenn wiederkehrende Gedanken und Rituale aufgrund ihrer Ausprägung zu Einschränkungen im alltäglichen, beruflichen und sozialen Leben führen und der Betroffene darunter leidet. Ein weiteres Kriterium ist der Verlust der Flexibilität, auch anders handeln zu können. Die offiziellen diagnostischen Kriterien fordern für die Diagnosestellung einer Zwangsstörung eine Dauer des Zustandsbildes von mindestens 2 Wochen.