Gezwungen zum Denken

Unter Zwangsgedanken (englisch: obsessions) werden Gedanken, Vorstellungen oder Impulse verstanden, die sich dem Betroffenen gegen seinen Willen aufdrängen und ihn übermässig beschäftigen. Sie können alltäglichen Gedanken und Befürchtungen ähneln, haben jedoch eine intensivere Qualität. Oftmals handelt es sich um bizarre, rational schwer nachvollziehbare Gedanken.

Wiederkehrende Themen

Typische Themen von Zwangsgedanken sind:

  • Ansteckung (Gedanken, sich durch Berührungen von Türklinken etc. mit Krankheitserregern zu infizieren und zu erkranken, bzw. diese unkontrollierbar zu verbreiten und auch andere zu gefährden)
  • Vergiftung (Befürchtung, durch Kontakt sich und andere zu vergiften)
  • Verschmutzung (Befürchtung, sich zu verschmutzen und dies zu verbreiten)
  • Krankheit (Befürchtung durch Unvorsicht selbst zu erkranken oder die Erkrankung Dritter zu verursachen)
  • Streben nach Symmetrie (Unwohlsein, wenn Gegenstände nicht symmetrisch angeordnet sind)
  • Ordnung (Gedankliche Beschäftigung mit Ordnung, um Unwohlsein zu vermeiden)
  • Aggression (Befürchtung einer nahestehenden Person, zu der eigentlich ein inniges Verhältnis besteht, Gewalt anzutun)
  • Sexualität (Impulse, sich sexuell obszön zu verhalten)
  • Religion (blasphemische Gedanken bei Menschen mit oftmals enger religiöser Bindung).

Eine schwere Last

Die Betroffenen erleben die Zwangsgedanken meist als quälend, sinnlos, inakzeptabel oder beschämend. Sie versuchen meist erfolglos, Widerstand zu leisten oder die Gedanken zu unterdrücken. Zwangsgedanken können durch bestimmte Situationen ausgelöst werden oder spontan auftreten. Zwangsgedanken, die als Handlungsimpulse erlebt werden, werden nicht tatsächlich ausgeführt.