spacer
spacer
Schweizerische Gesellschaft für Zwangsstörungen Schweizerische Gesellschaft für Zwangsstörungen
Schweizerische Gesellschaft für Zwangsstörungen
  Startseite  |  Agenda  |  Basisinfo  |  Hilfe & Selbsthilfe  |  Fachpersonen  |  Über die SGZ  |  Medien  
spacerStartseite > Basisinfo > Zwangsarten
spacer
spacer
Normal oder Zwanghaft?
Zwangsarten
Zwangsgedanken
Zwangshandlungen
Ursachen
Diagnose
Behandlung allgemein
Kinder und Jugendliche
spacer

Wasch- und Reinigunszwänge, Kontrollzwänge

Zwangsarten

Zwangsarten

S. Niescken | 25.10.2006

Die häufigsten Arten der Zwangssymptome sind die so genannten Wasch- und Reinigungszwänge, Kontrollzwänge sowie Zwangsgedanken., Statistisch gesehen leiden Frauen häufiger unter Wasch- und Reinigungszwängen, Männer dagegen unter Kontrollzwängen.

Reinigungs- und Waschzwänge

Bei den Betroffenen von Wasch- und Reinigungszwängen löst der drohende oder tatsächlich stattgefundene Kontakt mit Müll, Schmutz, Bakterien, Viren, Körperflüssigkeiten und/ oder -ausscheidungen sofort starke Verunreinigungsängste („Kontaminationsängste“) aus.
Selbst wenn die verschmutzten Gegenstände nicht direkt berührt wurden, fürchtet der Betroffene, sich mit Krankheitsauslösenden Keimen infiziert zu haben. Das damit einhergehende Unbehagen bekämpft er dann mit ausgiebigen Wasch- und Reinigungsritualen.
Dabei werden die Hände, der gesamte Körper, die Wohnung oder auch der verschmutzte Gegenstand stundenlang gereinigt und desinfiziert. Der Ablauf der Rituale ist genau festgelegt. Wird er unterbrochen, so muss der Betroffene noch einmal von vorn beginnen. Durch das exzessive Reinigen der Haut wird jedoch genau das Gegenteil des eigentlichen Ziels erreicht: die natürliche Säureschutzschicht der Haut wird zerstört und so den Krankheitserregern das Eindringen in den Körper erleichtert. Abgesehen davon führt das wiederholte Ausführen der Zwangsrituale langfristig zu einer Verstärkung der Befürchtungen, da der Betroffene nie ganz sicher sein kann, ob nicht doch ein gewisses Restrisioko besteht.

Um die oft stundenlang andauernden Wasch- und Reinigungsrituale zu umgehen, vermeidet der Betroffene zunehmend die von ihm als bedrohlich empfundenen Situationen (z.B. Benutzung einer fremden Toilette) und versucht auf diese Weise sich und seine Umgebung sauber zu halten. Gleichzeitig zieht er sich dadurch jedoch auch immer mehr von seinen sozialen Kontakten zurück, was wiederum das Auftreten der Zwänge verstärken kann.

Kontrollzwänge

Betroffene von Kontrollzwängen befürchten, durch eigene Nachlässigkeit und fehlende Kontrolle eine Katastrophe auszulösen. Sie haben beispielsweise eine übermässig grosse Angst davor, dass die Wohnung abbrennen oder ausgeräumt werden könnte. Oder sie befürchten, dass sie versehentlich einen anderen Verkehrsteilnehmer angefahren und diesen dann schwer verletzt auf der Strasse liegen gelassen haben. Aus diesem Grund werden Haushaltsgeräte, Türen und Fenster sowie gerade gefahrene Strecken immer wieder kontrolliert. Aber auch nach dem wiederholten Überprüfen hat der Betroffene nicht das Gefühl, dass wirklich alles in Ordnung ist. Sobald er vor der Haustür steht, melden sich die Zweifel erneut. Da die aufwändigen Kontrollen beim Verlassen der Wohnung oft mehrere Stunden in Anspruch nehmen, können die meisten Betroffenen irgendwann nicht mehr pünktlich bei der Arbeit oder zu Verabredungen erscheinen. Am Arbeitsplatz werden aus Angst vor möglichen Fehlern selbst Routinearbeiten oft immer wieder kontrolliert. Um Verantwortung abgeben und damit ihre Kontrollen schneller beenden zu können, versuchen viele Betroffene ihre Familienangehörige oder Kollegen in ihre Rituale mit einzubinden.


zurück  |  weiter
spacer spacer
Suche:
spacer
spacer
spacer
Buchtipp:
spacer
Michael Rufer, Susanne Fricke - Der Zwang in meiner Nähe
spacer
Zum Forum:
spacer
spacer
Mitglied werden:
spacer



spacer