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Erbliche Veranlagung und Stress können eine Rolle spielen

Ursachen

Ursachen

S. Niescken | 02.11.2006

Über mögliche Ursachen und Auslöser von Zwangsstörungen ist vor allem in der jüngsten Vergangenheit viel geforscht worden. Trotz bemerkenswerter Fortschritte und Erkenntnisse in der Forschung, konnten die Ursachen von Zwangsstörungen bislang noch nicht eindeutig geklärt werden. Die meisten Experten gehen aber mittlerweile von einem so genannten „multikausalen Entstehungsmodell“ aus. Sie machen für das Entstehen einer Zwangsstörung nicht eine einzelne Ursache, sondern das Zusammenwirken mehrerer Faktoren verantwortlich.

Häufiger Auslöser von Zwangsstörungen scheint das Zusammentreffen einer vorhandenen psychischen Verletzlichkeit, z.B. aufgrund von früheren belastenden Lebensereignissen, und einer akuten psychischen Überlastung zu sein. Ist die Störung erst einmal ausgebrochen, kann sie sehr unterschiedlich verlaufen. Viele Betroffene berichten davon, dass sich ihre Zwänge in Zeiten grosser Belastung verstärken und in entspannten Phasen deutlich zurückgehen. Ein dauerhafter Rückgang der Zwänge ist aber ohne eine entsprechende fachgerechte Behandlung unwahrscheinlich.

Spielen Gene eine Rolle?

Bei der Entstehung einer Zwangsstörung können vorhandene genetische Veranlagungen durchaus eine Rolle spielen. Vererbt wird offenbar eine gewisse Anfälligkeit ("Vulnerabilität") dafür, auf Stresssituationen mit Zwangssymptomen zu reagieren. Die genauen genetischen Mechanismen sind zur Zeit jedoch noch unklar. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Angst- und Zwangsstörungen in den betroffenen Familien sowie gehäuft auftreten. Im Rahmen von Zwillingsuntersuchungen konnte festgestellt werden, dass eineiige Zwillinge mit den gleichen genetischen Anlagen häufiger gleichzeitig unter Zwangsstörungen leiden wie zweieiige, die nur zu 50 Prozent die gleichen Gene besitzen.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass eine entsprechende erbliche Vorbelastung nicht automatisch zu einer Zwangsstörung führt.


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