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Ursachen

Ursachen

S. Niescken | 02.11.2006

Bei allen Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen arbeiten in unserem Gehirn verschiedene Systeme zusammen, die sich auf unterschiedliche Aufgaben spezialisiert haben. Eine zentrale Steuerzentrale im Gehirn überwacht und koordiniert diese Systeme. Wenn eines von ihnen zu stark oder schwach aktiviert ist, kann dadurch das Gleichgewicht des Gesamtsystems empfindlich gestört werden. Untersuchungen zufolge ist bei einer Zwangsstörung das System für die präzise Ausführung einzelner Handlungsschritte übermässig aktiviert. Das führt beispielsweise dazu, dass sich der Betroffene immer weiter in das Ausführen und Überprüfen bestimmter Handlungen verstrickt und diese deshalb nicht mehr unter Kontrolle bekommt.

In diesem Zusammenhang haben Forscher, unter anderem mit Hilfe der "Positron-Emissions-Tomographie" (PET), die Aktivität in den verschiedenen Gehirnbereichen bei Zwangserkrankten und nicht Betroffenen gemessen und miteinander verglichen. Durch die PET kann angezeigt werden, wie viel Glukose bei einer bestimmten Handlung in den jeweiligen Gehirnbereichen verbraucht wird. Je höher der Verbrauch ist, umso stärker wird dieser Teil beansprucht. Bei Zwangserkrankten ist nun der Stoffwechselumsatz in der Hirnregion auffallend erhöht, die für die Umsetzung standardisierter Verhaltensmuster und Gewohnheiten zuständig ist.

Damit Impulse im Gehirn von einer Nervenzelle zur nächsten übertragen werden können, sind so genannte Botenstoffe („Neurotransmitter“) erforderlich. Die Nervenzellen sind durch eine Lücke, den „synaptischen Spalt“, voneinander getrennt. Damit der Impuls dieses Hindernis überwinden kann, braucht er die Hilfe der Botenstoffe. Diese werden von der vorgeschalteten Nervenzelle in den Spalt geschüttet und nach der Impulsweitergabe wieder von der Zelle aufgenommen. Ein wichtiger und bekannter Botenstoff zur Impulsübertragung ist das „Serotonin“. Bei der medikamentösen Behandlung von Zwangsstörungen haben sich Medikamente bewährt, die den Serotoninspiegel im Gehirn beeinflussen.

Bildquelle: Universität des Saarlandes


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