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Widerstände bleiben meist erfolglos

Zwangshandlungen

Zwangshandlungen

S. Niescken | 02.11.2006

Was sind Zwangshandlungen?

Bei Zwangshandlungen (oder „Zwangsritualen“) handelt es sich um wiederholt auftretende Verhaltensweisen (z.B. Küchengeräte kontrollieren) oder geistige Handlungen (z.B. Zählen), zu denen sich der Betroffene innerlich gedrängt fühlt. In der Regel erkennt er die Sinnlosigkeit seiner Handlungen oder hält sie zumindest für übertrieben. Zu den häufigsten Formen zählen Wasch- und Reinigungszwänge sowie Kontrollzwänge. Es können jedoch auch eine ganze Reihe weiterer Formen wie Ordnungszwänge, Zählzwänge, Sammelzwänge oder Wiederholungszwänge auftreten.

Mit Hilfe ihrer Zwangshandlungen wollen die Betroffenen meist sich und/ oder ihnen nahe stehende Personen vor einer vermeintlich drohenden Gefahr schützen. Widerstände gegen die Zwangshandlungen bleiben oft erfolglos. Sobald sich die Betroffenen den Zwangshandlungen widersetzen, erleben sie verstärkt Unruhe, Angst und Schuld- beziehungsweise Schamgefühle. Diese negativen Emotionen können dann nur mit Hilfe der Zwangsrituale wieder neutralisiert werden. So entwickelt sich schnell ein Teufelskreis aus Unruhe - Angst - und ausgeführten Zwängen bis zur Erschöpfung. Die Zwangshandlungen bewirken vorübergehend eine gewisse Erleichterung und befreien die Zwangskranken für kurze Zeit von ihren Ängsten, depressiven Verstimmungen, Unruhegefühlen und Zweifeln.

Das Leben der Betroffenen wird durch die Zwangshandlungen stark beeinträchtigt: Zum einen kosten sie übermässig viel Zeit und zum anderen führen sie nicht selten zu starken körperlichen (zum Beispiel Hautproblemen durch übermässiges waschen oder duschen) und auch finanziellen (zum Beispiel durch eine weitgehende Arbeitsunfähigkeit) Beeinträchtigungen.


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Michael Rufer, Susanne Fricke - Der Zwang in meiner Nähe
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