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Therapiemöglichkeiten

Therapiemöglichkeiten

Svenja Niescken | 16.11.2006

Wirksame Medikamente gegen Zwänge

Zwangsstörungen können sowohl psychotherapeutisch als auch medikamentös behandelt werden. Im Rahmen einer medikamentösen Behandlung haben sich die „Selektiven Serotonin- Wiederaufnahmehemmer" (SSRI) als besonders wirkungsvoll herausgestellt. Diese ursprünglich zur Behandlung von Depressionen entwickelten Medikamente bewirken bei einem Teil der Patienten ein Nachlassen der Zwangssymptome. Besonders hilfreich sind sie dann, wenn die Betroffenen zusätzlich unter Zwangsgedanken, gleichzeitiger Depression und/ oder Angstzuständen leiden.

In vielen Fällen setzt die Wirkung der Medikamente erst nach ungefähr 8 bis 10 Wochen ein („Wirklatenz“). Erstes Anzeichen für eine Verbesserung ist häufig, dass sich die Betroffenen ruhiger fühlen und weniger inneren Druck verspüren. Werden jedoch auch nach 10 bis 12 Wochen Einnahme keine Verbesserungen festgestellt, so sollte mit dem Arzt über einen Wechsel des Medikaments gesprochen werden. Bei rund 30 bis 50 Prozent der Patienten bessert sich der Zustand trotz medikamentöser Behandlung leider nicht zufriedenstellend. Dann kann die zusätzliche Gabe eines atypischen Neuroleptikums in niedriger Dosierung erwogen werden.

Wie können unerwünschte Nebenwirkungen verhindert werden?

Wie bei allen Medikamenten kann es auch bei der Einnahme von Psychopharmaka zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Am häufigsten klagen die mit „Selektiven Serotonin- Wiederaufnahmehemmern“ behandelten Patienten über Beschwerden im Magen-Darm-Bereich und Schlafstörungen. Auch Kopfschmerzen, Nervosität und sexuelle Funktionsstörungen treten öfter auf. Viele der unerwünschten Nebenwirkungen treten nur zu Beginn der Behandlung auf und verschwinden im Laufe der Behandlung wieder. Um die Nebenwirkungen möglichst gering zu halten, sollte eine anfangs niedrige Dosierung langsam gesteigert werden („Aufdosierung“) und die Medikamente möglichst nach dem Essen eingenommen werden.

Wichtig ist, dass die Medikamente auch nach einer deutlichen Besserung der Symptome noch eine gewisse Zeit weiter genommen werden. Vor allem dürfen sie nicht abrupt abgesetzt werden. Andernfalls kehren die Zwangssymptome relativ sicher wieder zurück. Bis zu 90 Prozent der Betroffenen werden innerhalb der ersten Monate nach dem Absetzen des Medikamentes rückfällig. Nicht zuletzt deshalb ist eine Kombination mit einer kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung empfehlenswert.

Foto: DAK


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