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Selbsthilfe- und Angehörigengruppen
Svenja Niescken | 16.11.2006Selbsthilfe- und Angehörigengruppen dienen in der Regel dazu, dass sich Betroffene und/ oder Angehörige gegenseitig informieren, unterstützen und bei der Krankheits- und Problembewältigung helfen können. Da es sich bei Zwangsstörungen meist um länger andauernde oder sogar chronische Erkrankungen handelt, werden solche Gruppen von den Teilnehmern oft als sehr entlastend und hilfreich empfunden.
Für Betroffene bieten die Gruppen darüber hinaus einen wichtigen Übungsraum für die Erprobung neuer Verhaltensweisen. Hier können sie sich in einem geschützten Rahmen schrittweise aus der sozialen Isolation befreien und (wieder) beständige Kontakte zu anderen Menschen knüpfen.
Die Bedeutung und therapeutische Wirksamkeit von Selbsthilfegruppen bei Zwangsstörungen ist zur Zeit noch weitgehend unerforscht. Fachpersonen vermuten jedoch, dass vor allem erfolgreich behandelte Gruppenmitglieder ein wichtiges und ermutigendes Rollenmodell für die anderen Teilnehmer darstellen.
Weitere wichtige Ziele von Selbsthilfe- und Angehörigengruppen sind:
- sich gegenseitig für Veränderungen im Verhalten motivieren und konkrete Hilfestellung bei der Umsetzung bieten (zum Beispiel durch die Weitergabe von Therapeuten- und Klinikadressen)
- lernen, mehr Risiken im Umgang mit anderen Menschen einzugehen, Zwänge abzubauen sowie eigenverantwortlich und aktiv zu handeln
- sich konstruktiv über eigene Unsicherheiten und Ängste auszutauschen
- konkrete Unterstützung und Hilfe im Alltag geben (zum Beispiel bei anstehenden Behördengängen)
- sich helfen, alltagstauglicher zu werden (zum Beispiel angemessen Kritik üben, zuhören lernen, Gefühle mitteilen)
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